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Die Larven der Kleidermotten (Tineola bisselliella) können in Kästen und an Teppichen großen Schaden verursachen. Die Motten fressen mit Vorliebe das Eiweiß, das sich in Wolle, Fellen und Pelzen befindet. Sie werden entweder als Eier oder Larven durch Kleidungsstücke eingeschleppt oder fliegen angelockt durch Licht in die Wohnung. Besonders attraktiv für Motten sind Schmutz und Schweißgeruch.
Bei Temperaturen von 10 bis 33 Grad Celsius entwickelt sich die Larve über mehrere Häutungen zum Schmetterling. Zur Verpuppung wandern die Larven in Ritzen, hinter Tapeten oder Regalbretter.Zur Bekämpfung und auch zur Vorbeugung sind im Handel eine Fülle verschiedener Produkte erhältlich. Allerdings: Viele Mittel können als Gift bezeichnet werden, denn sie wirken durch hochproblematische Insektizide. In den meisten Mottenschutzmitteln sind Pyrethroide als Wirkstoffe enthalten. Dabei handelt es sich um sythetische Nachbauten des Nervengifts Pyrethrum, das in Chrysanthemen vorkommt. Transfluthrin, Tetramethrin, Phenothrin Empenthrin sind häufig eingesetzte Pyrethroide.
Das Gift wirkt auf das Nervensystem – nicht nur der Motten. Akute Pyrethroid-Vergiftungen äußern sich in Reizerscheinungen der Haut und der Schleimhäute, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit. Die intellektuelle Leistungsfähigkeit kann durch das Gift beeinträchtigt werden, es kann zu Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, depressive Verstimmungen und Antriebslosigkeit kommen. Sehr empfindlich reagieren auch die Fische im Aquarium oder Katzen auf dieses Gift.
Mit Pyrethroiden werde ein regelrechter Öko-Schwindel betrieben, warnt Helmut Bohancek, Umweltexperte der Arbeiterkammer Niederösterreich. Testkäufe ergaben, dass Mittel gegen Motten in den Regalen einen relativ harmlosen Eindruck hinterlassen. Manche Produkte werben mit natürlichem Lavendel oder Zedernduft, enthalten sind aber Insektizide als Wirkstoffe, also Gift.
„Wir empfehlen dringend, beim Kauf von Mitteln gegen Motten die Liste der Wirkstoffe genau zu kontrollieren“, rät Bohancek. Besser noch: Lassen Sie Mottenpapier, Sprays und Ähnliches gleich im Geschäft.
Auch beim Kampf gegen Motten gilt: Vorbeugen ist besser als Bekämpfen!
Mit Hilfe von Pheromonfallen ist feststellbar, ob und wo sich schon Motten im Schrank aufhalten. Pheromone sind Duftstoffe, die von einer Tierart in sehr geringen Mengen an die Umwelt abgegeben werden und bei einem Tier derselben Art ein bestimmtes Verhalten auslösen. Klebestreifen mit synthetischen Mottenpheromonen locken nun die paarungsbereiten Männchen der Motten an.
Ruth U. Ferrari, 01.04.2009/aktualisiert am 21.09.2009
