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Mottenschutz - Mit Gift gegen Motten?

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Mottenschutz - die gefräßigen Insekten lassen sich in Kleiderkästen oder Teppichen häuslich nieder. Ganz schnell wollen wir die Motten mit Gift wieder loswerden, denn sie fressen Löcher in unsere Pullover und Mäntel. Aber: Es geht auch ohne Gift - beispielsweise mit dem biologischen Mottenjäger Schlupfwespe!

Die Larven der Kleidermotten (Tineola bisselliella) können in Kästen und an Teppichen großen Schaden verursachen. Die Motten fressen mit Vorliebe das Eiweiß, das sich in Wolle, Fellen und Pelzen befindet. Sie werden entweder als Eier oder Larven durch Kleidungsstücke eingeschleppt oder fliegen angelockt durch Licht in die Wohnung. Besonders attraktiv für Motten sind Schmutz und Schweißgeruch.

Bei Temperaturen von 10 bis 33 Grad Celsius entwickelt sich die Larve über mehrere Häutungen zum Schmetterling. Zur Verpuppung wandern die Larven in Ritzen, hinter Tapeten oder Regalbretter. 

Gift im Schrank?

Zur Bekämpfung und auch zur Vorbeugung sind im Handel eine Fülle verschiedener Produkte erhältlich. Allerdings: Viele Mittel können als Gift bezeichnet werden, denn sie wirken durch hochproblematische Insektizide. In den meisten Mottenschutzmitteln sind Pyrethroide als Wirkstoffe enthalten. Dabei handelt es sich um sythetische Nachbauten des Nervengifts Pyrethrum, das in Chrysanthemen vorkommt. Transfluthrin, Tetramethrin, Phenothrin Empenthrin sind häufig eingesetzte Pyrethroide.

Das Gift wirkt auf das Nervensystem – nicht nur der Motten. Akute Pyrethroid-Vergiftungen äußern sich in Reizerscheinungen der Haut und der Schleimhäute, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit. Die intellektuelle Leistungsfähigkeit kann durch das Gift beeinträchtigt werden, es kann zu Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, depressive Verstimmungen und Antriebslosigkeit kommen. Sehr empfindlich reagieren auch die Fische im Aquarium oder Katzen auf dieses Gift.

Öko-Schwindel im Regal

Mit Pyrethroiden werde ein regelrechter Öko-Schwindel betrieben, warnt Helmut Bohancek, Umweltexperte der Arbeiterkammer Niederösterreich. Testkäufe ergaben, dass Mittel gegen Motten in den Regalen einen relativ harmlosen Eindruck hinterlassen. Manche Produkte werben mit natürlichem Lavendel oder Zedernduft, enthalten sind aber Insektizide als Wirkstoffe, also Gift.

„Wir empfehlen dringend, beim Kauf von Mitteln gegen Motten die Liste der Wirkstoffe genau zu kontrollieren“, rät Bohancek. Besser noch: Lassen Sie Mottenpapier, Sprays und Ähnliches gleich im Geschäft.

Das spricht gegen den Einsatz von Gift gegen Motten:

  • Die Mittel sind gefährlicher als die Schädlinge. Langzeitwirkungen und Dauerbelastung können nicht abgeschätzt werden.
  • Die Nebenwirkungen auf Gesundheit und Umwelt sind unklar.

Auch beim Kampf gegen Motten gilt: Vorbeugen ist besser als Bekämpfen!

So beugen Sie vor:

  • Geben Sie nur saubere Textilien in den Kleiderschrank.
  • Lüften Sie Wollmäntel vorher gut aus.
  • Sortieren Sie „Schrankleichen“ aus.
  • Räumen Sie den Kasten mindestens zweimal im Jahr aus und säubern Sie ihn.
  • Halten Sie den Kasten geschlossen, um den „Zuflug“ zu erschweren.
  • Es geht auch ohne Gift: Der intensive Gruch von Lavendel-Duftsäckchen oder Zederholzscheiden hält Motten fern. Allerdings muss man diesen Schutz häufig erneuern, damit er wirksam bleibt.
  • Schützen Sie Kleidung, die länger nicht getragen wird, mit Baumwollhüllen.

Mit Hilfe von Pheromonfallen ist feststellbar, ob und wo sich schon Motten im Schrank aufhalten. Pheromone sind Duftstoffe, die von einer Tierart in sehr geringen Mengen an die Umwelt abgegeben werden und bei einem Tier derselben Art ein bestimmtes Verhalten auslösen. Klebestreifen mit synthetischen Mottenpheromonen locken nun die paarungsbereiten Männchen der Motten an.

So bekämpfen Sie natürlich und ohne Gift die Motten:

  • Tragen Sie bei Verdacht auf Schädlingsbefall alle Kleider mit Wolle, Pelz oder Fell ins Freie und klopfen Sie diese kräftig aus.
  • Entsorgen Sie Staubsaugerbeutel und von Motten befallene Kleidungsstücke sofort.
  • Lieblingsteile können Sie in einem Plastiksack eine Woche lang einfrieren und danach waschen.
  • Lüften Sie von Motten befallene Teile im Freien aus, denn Sonnenstrahlung tötet Eier ab.
  • Saugen Sie den Kleiderkasten gut aus. Achten Sie auch auf Ritzen, Fugen und Ecken. Wischen Sie den Schrank dann mit Allzweckreiniger gut aus.
  • Schlupfwesepen sind eine natürliche Waffe gegen Kleider- und Lebensmittel-Motten. Erhältlich sind die 0,4 mm langen Nützlinge in Form von kleinen Karten, auf die rund 3.000 frische Schlupfwesepeneier  aufgebracht sind. In der Wohnung legen die winzigen Schlupfwespen ihre Eier in die Eier der Motten. Die sich entwickelnde Larve ernährt sich vom Mottenei und anstelle der Kleider- oder Lebensmittelmotte schlüpft ein weiterer Mottenjäger. Wenn die Schlupfwesepen keine Motteneier mehr finden, verschwinden sie von selbst und der Haushalt ist von Insekten befreit. (Arbeiterkammer für Niederösterreich/red.)

Ruth U. Ferrari, 01.04.2009/aktualisiert am 21.09.2009