Startseite / Bewegen / Entspannung / Weniger Stress durch Meditation

Weniger Stress durch Meditation

Bookmark and Share
Wer aktiv nach Wegen zur Entspannung sucht, stolpert schnell über den Begriff Meditation. Doch was ist Meditation? Wie fange ich an? Hier die besten Tipps für Einsteiger.

Vorweg eine kurze Begriffserklärung: Meditation ist dem lateinischen Wort meditatio entlehnt. Es bedeutet soviel wie religiöse Versenkung. Meditation ist eine in vielen Religionen und Kulturen geübte spirituelle Praxis. Die Grazer Psychotherapeutin Barbara  Klell: „Meditation ist eine Technik, die die Konzentration stärkt, den Stresspegel senkt und positiv auf das Immunsystem wirkt. Wer es schafft, diese neue Lebensqualität, diese "Seelenruhe", in den Alltag mitzunehmen, tut sich selbst und seinen Mitmenschen etwas Gutes.“

Der Geist soll durch Achtsamkeits- oder Konzentrationsübungen beruhigt und gesammelt werden. Angestrebt wird dass die ständig kreisenden Gedanken zur Ruhe kommen und – je nach Lehre – zum Beispiel ein Zustand der Stille oder Leere eintritt. In den meisten Fällen wird Meditation losgelöst vom religiösen Hintergrund zu medizinischen Zwecken und um Stress zu reduzieren angewandt.

Anleitung zur Meditation

Und wie fühlt sich der Übende im Zustand der Meditation? Klell: „Man ist gleichzeitig ganz entspannt und voll wach." Genug Theorie – Zeit fürs Tun! Mit den Anleitungen der Expertin können Sie Ihre erste Meditation beginnen:

  • Nehmen Sie sich Zeit, auch wenn es nur 10 Minuten sind. Sorgen Sie dafür, dass Sie ungestört sind. Also: Handy aus etc.
  • Sitzen Sie aufrecht und bequem, z.B. auf einem dickeren Kissen am Boden oder auf einem Sessel. Nur ein geübter Yogi wird den Lotussitz angenehm finden. Entspannen Sie Körper und Geist. Die Meditation ist ein Geisteszustand, der durch die Körperposition Unterstützung erhalten soll.
  • Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf etwas Angenehmes oder etwas Neutrales. Sie können z.B. Ihren Atemfluss im Bauchraum beobachten, mit Ihrem ganzen Sein "in die Stille hineinhorchen" oder mit Ihrem Blick einen schönen Kristall in sich aufnehmen.
  • Sie werden die Erfahrung machen, dass viele Gedanken durch den Kopf huschen - lassen Sie sie einfach ziehen. Sie können sie nicht mit Gewalt stoppen, sie werden von selbst ruhiger werden.
  • Schulen Sie Ihren "inneren Zeugen" und beobachten Sie auftretende Gedanken oder Gefühle. Denken Sie nicht darüber nach, versuchen Sie sie nicht zu bewerten.
  • Wenn Sie abgelenkt sind oder müde werden holen Sie Ihre Aufmerksamkeit liebevoll und sanft, so wie man ein kleines Kind an der Hand nimmt, zu Ihrem Meditationsthema zurück.
  • Üben Sie regelmäßig und nicht zu lange, dann werden Sie sich die Lust am Üben nicht verderben.
  • Wählen oder gestalten Sie den Ort so, dass Sie von Ihrem Alltagsbewusstsein leichter Abstand nehmen können.

Wer sich dem Thema Meditation zuwendet, wird schnell feststellen, dass es Dutzende Formen der Meditation gibt. Klell: „Prinzipiell unterscheidet man zwei Arten – die konzentrierte und die kontemplative Meditation.“ 
Bei der konzentrierten Meditation wird der Geist (die Wahrnehmung/die Aufmerksamkeit) auf ein Objekt (den eigenen Atem, einen Punkt an der weißen Wand, ein Feuer, Buddha, Bliss etc.) gerichtet und bleibt dort. Wenn der Übende das kann, haftet der Geist am Objekt wie ein Nagel im Brett. Da bedeutet auch, dass das, was wir meist Meditation nennen, ein Üben dieses Zustandes ist. Denn im Normalfall können wir  unser Bewusstsein keine fünf Minuten lang stabil auf nur ein einziges Objekt fokussieren.

Bei der kontemplativen Meditation kommt man durch logische Überlegungen zu einer Erkenntnis, die in der Meditation verinnerlicht und vertieft wird (kein "Nachdenken").

Vom richtigen Zeitpunkt

Wann soll man sich Zeit nehmen für die Meditation? Gibt es so etwas wie den richtigen Zeitpunkt? Wichtiger als der Zeitpunkt ist, dass man sich gerne die Zeit nimmt um eine kurze Meditation zu machen. Barbara Klell: "Der Morgen eignet sich gut, weil wir noch ausgeruht und konzentriert sind. Außerdem kann man seinem Tag durch die Meditation gleich zu Beginn eine positive Wende geben."

Wer erst nach der Arbeit Zeit für einige Minuten der Stille hat, praktiziert eben am Abend. "Am Abend können Sie den Tag mit einer Meditationsübung optimal ausklingen lassen und den Trubel des Alltags ablegen," sagt die Expertin. In diesem Sinne - haben Sie Freude am Üben und am Einstieg in die Welt der Meditation! (red)